Selbstverletzendes Verhalten

  • Ausdruck starker seelischer Belastung
  • Kann ein Symptom einer psychischen Erkrankung sein
  • Emotionsregulation durch Selbstverletzung
  • Form verzweifelter Kommunikation
  • Im Jugendalter recht verbreitet


Selbstverletzendes Verhalten kann Teil verschiedener Störungsbilder sein:

Symptomliste

Leitsymptome 

  • Freiwilliges, direktes Zerstören oder Verändern des Körpergewebes (Schneiden, Ritzen, Verbrennen) 
  • Verhalten führt zu leichten bis moderaten Verletzungen der Haut 
  • Keine suizidalen Absichten 
  • Verletzungen oft an leicht zugänglichen Körperstellen (Unterarme, Oberschenkel) 

 

Begleitsymptome 

  • Parallele Formen selbstschädigenden Verhaltens (z.B.: Drogenkonsum) 
  • Soziale Probleme (Ausgrenzung, Mobbing) 
  • Verdecken der Verletzungen (Wunden, Narben) 
  • Schlecht heilende Wunden, durch Störung der Wundheilung 

Ursachen & Risikofaktoren



 

  • Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Emotionsregulation 
  • Funktionsstörung des Serotoninsystems 
  • Fehlen funktionaler Bewältigungsstrategien und Problemlösefertigkeiten 
  • Emotionale Vernachlässigung 
  • Soziale Konflikte 
  • Traumatische Erlebnisse
  • Kontakt mit sich selbstverletzenden Gleichaltrigen

       > Selbstverletztendes Verhalten als "Ansteckungsphänomen" unter peers





Kriterien

  • Verhalten zeigt sich an 5 oder mehreren Tagen im Jahr
  • Verletzungen werden durch Schützling verharmlost dargestellt/ es werden Ursachen für Verletzungen erfunden, wie z.B. ein Unfall
  • Tragen langer Kleidung auch in unpassenden Situationen, um Verletzungen zu verdecken
  • Lange Aufenthalte im Badezimmer, Toilette (an isolierten Orten)
  • Horten von Verbands- und Desinfektionsmaterial
  • Muster von Verletzungen mit unterschiedlichem Abheilungsgrad durch Wiederholung des Verhaltens
  • Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema der Selbstverletzung (Bilder, Texte, etc.)
  • Missbrauch scharfer Gegenstände

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Intervention & unterstützende Maßnahmen

Allgemein gilt:

  • Schützling ruhig und mitfühlend begegnen
  • Schützling vermitteln, dass es Menschen gibt, die sich Gedanken über ihn machen
  • Die Worte des Schützlings für die Verletzungen verwenden
  • Gespräch anbieten, zuhören
  • nicht urteilen
  • Dem Verhalten keine öffentliche Bühne geben und Außenstehende nur mit Bedacht und ausgewählt involvieren
  • Eltern und gegebenenfalls Lehrpersonen hinzuziehen und das Konsultieren professioneller Unterstützung anregen (falls noch nicht vorhanden)


Unterstützende Maßnahmen:

  • Kontakt zu Inhalten mit selbstverletztendem Verhalten unterbinden
  • Kontakt zur Mitschülerinnen und Mitschülern mit selbstverletzendem Verhalten vermeiden oder positiv lenken
  • Kommunikation über selbstverletztendes Verhalten in so kleinem Rahmen wie möglich



> Wenn nicht auszuschließen ist, dass es sich um eine Kindeswohlgefährdung handelt, handle nach dem vorgesehenen Leitfaden!