Essstörungen 

  • Verhaltensstörung bei der eine ständige gedankliche und emotionale Auseinandersetzung mit Essen stattfindet
  • Sind zu unterscheiden von anderen psychischen Störungen mit Untergewicht wie z.B depressive Appetitlosigkeit, die phobische Angst vor verfaulten Lebensmitteln oder der paranoiden Angst, jemand wolle einen vergiften


Die bekanntesten Essstörungen 

Magersucht (Anorexia nervosa): 


  • Substanzielles Untergewicht von mind. 15-20% des Normalgewichtes, das selbst herbeigeführt wurde durch Fasten, exzessive körperliche und geistige Aktivität
  • Nicht auf eine körperliche oder andere seelische Erkrankung zurückzuführen
  • Angst vor dem normalen Körpergewicht und das Bestreben das Körpergewicht zu reduzieren 
  • Streben meist ein Gewicht unter dem Wunschgewicht an für einen Puffer, falls sie der Hunger überkommt 
  • Leidet man unter Magersucht, so empfindet man das Essen an sich als etwas Positives und hat durchaus Appetit. Es sind vielmehr die antizipierten Folgen des Essens für den Körperumfang, die die Selbstbeschränkung motivieren 


Bulimie (Bulimia nervosa):


  • Häufiges Auftreten von zeitlich begrenzten Heißhungeranfällen, in denen eine subjektive Mengengrenze überschritten und ein Kontrollverlust erlebt wird
  • Körpergewichtskontrolle durch provoziertes Sich-Übergeben und/ oder Abführ-/ Entwässerungsmitteln und/ oder übermäßiges Fasten 
  • Tritt meistens erst während der Pubertät (nach ersten sexuellen Kontakten) auf 


Esssucht


  • Kommt bei normalem bis übermäßiges Gewicht vor
  • Übermäßige und unkontrollierte Zunahme von Nahrungsmitteln

Ursachen

  • Geringes Selbstwertgefühl 
  • Perfektionismus
  • Hoher Leistungsanspruch
  • Hohes Kontrollbedürfnis
  • Traumatische Erlebnisse in der Kindheit
  • Übergewicht in der Kindheit

Allgemeine Anzeichen/ Symptome:

  • Ständige Auseinandersetzung mit Essen
  • Verheimlichung des Körpergewichtes 
  • Unkontrollierte Essanfälle
  • Ablehnung des eigenen Körpers 
  • Heimliches Essen 
  • Rückzug
  • Starke Gewichtsabnahme/ Gewichtszunahme 

Mögliche Folgen:

Unterernährung:

  • Muskelschwund, brüchige Knochen, Haarausfall bis hin zum Potenzverlust
  • Schädigung der Speiseröhre und der Zähne durch übermäßiges Sich-Übergeben
  • Einschränkung des Immunsystems 
  • Mangelerscheinungen
  • Depressionen


Übermäßige Ernährung:

  • Gelenkschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes mellitus (Typ 2), Fettstoffwechselerkrankungen 
  • Depressionen 

Intervention:

  • Aus der Ich-Perspektive berichten; erzählen was einem aufgefallen ist und wieso diese Beobachtungen einem Sorgen bereiten
  • Zuhören, Verständnis zeigen und offen sein (man sollte sich am Besten vorher über die Erkrankung informieren)
  • Gewicht, Figur und Essverhalten sollten nicht im Mittelpunkt des Gespräches stehen
  • Vorwürfe, Schuldzuweisungen und Drohungen sollte man unterlassen  
  • Immer wieder motivieren und unterstützen sich professionelle Hilfe zu suchen und anerkennen, dass man selbst nicht therapieren kann 
  • Geduldig sein, kleine Erfolge wahrnehmen und würdigen 
  • Positive Dinge bewusst in den Vordergrund heben, die nichts mit der Essstörung zu tun haben 
  • Falls die körperliche Gesundheit bedroht ist, mit der Person zusammen ärztliche Hilfe aufsuchen 
  • Regelungen für gemeinsames Essen finden